[Polythermo - Geschossfanganlage]
 
Kurt-Werner Helbig
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DEUTSCHE VERSUCHS- UND PRÜF-ANSTALT FÜR JAGD- UND SPORTWAFFEN E.V. (DEVA)

Kinsky

Anlage zum Gutachten: Prüfbericht des Instituts Fresenius

 
Gutachtliche Stellungnahme
 
zu

Bleibelastungen durch die Verwendung von Polythermo-Geschossfanganlagen.



Sachverhalt
Der Polythermo-Geschossfang ist eine geschlossene Geschossfangkonstruktion, die je nach Kaliber zur Schützenseite hin, aus bis zu 10 cm dicken, versetzt geschichteten Kunststoff- platten, besteht. Nach dem Durchschlagen der Kunststoffplatten werden die Geschosse durch eine Granulat- schüttung in der Kammer abgebremst. Für die Platten der Vorderseite wie auch für das Granulat wird ein thermoplastischer Kunststoff verwendet.
Um eine hohe Gesamtstabilität durch die Schussbelastung zu erzielen, werden die Kunststoffplatten von der Rückseite her an der Stahlrippenkonstruktion der Geschossfangkammer befestigt.

Die Maße der Geschossfangkammer betragen: 50 cm Breite, 60 cm Höhe und 20 cm bzw. 4o cm Tiefe. Die Tiefe richtet sich nach der Energie der zu verwendenden Geschosse.
Der Geschossfang soll den Anspruch erfüllen, dass beim Auftreffen und Durchdringen der Kunststoffplatten durch die Geschosse keine zu berücksichtigenden Bleistaubbelastungen der Umwelt zu erwarten sind. Dies soll ebenfalls beim Abbremsen der Geschosse in der Granulatfüllung der Fall sein.

Wir sind von der Firma Büchler beauftragt worden, durch entsprechende Untersuchungen festzustellen, ob bei der Benutzung der Polythermo-Geschossfanganlage Bleistaubbelastungen auftreten, die umweltrelevant sein können.

Versuchsdurchführung
Auf eine Schussentfernung von 50 m sind Bleigeschosse des Kalibers .22 Long Rifle aus einer Langwaffe in den Geschossfang abgefeuert worden.

Es ist dabei davon auszugehen, dass im Falle des Abriebs von Blei beim Auftreffen und Eindringen der Geschosse, dieser Abrieb im Bereich der Einschusslöcher und darüber hinaus zu finden ist. Dieser Abrieb kann unter Umständen so fein sein, dass er mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist.

Deshalb ist die beschossene Platte dem Institut Fresenius, Joseph-von-Fraunhofer-Str. 13, 44227 Dortmund, mit dem Auftrag übersandt worden, auch das Umfeld der Einschusslöcher auf Blei zu untersuchen.

Näheres ist dem anliegenden Prüfbericht W-15-02-1143 des Institut Fresenius zu entnehmen.

Festzuhalten ist, dass im Umkreis der Einschusslöcher nur partikelweise Blei im Raster-Elektronenmikroskop festgestellt werden konnte. Daraus ist abzuleiten, dass auf der Einschuss-Seite kein umweltrelevanter Bleistaub zu erwarten ist. Da von Zeit zu Zeit der Bereich der Einschusslöcher ohnehin ausgebessert werden muss, können sich keine unzulässigen Bleibelastungen aufbauen.

Beim Durchdringen der Frontplatten verlieren die Geschosse bereits einen Großteil ihrer Geschwindigkeit, so dass die Abrieb-Belastung im Kasteninneren durch das Granulat weitgehend gemindert ist. Visuell konnten keine Bleispuren am Granulat festgestellt werden. Aufgrund des allseits geschlossenen Geschossfanges können ohnehin keine Bleipartikel nach außen dringen, so dass auch dieser Bereich bleistaubfrei ist.

Je nach Schussbelastung sollte der Geschossfang in regelmäßigen Abständen von den Geschossen entsorgt werden, weil es sonst gegebenenfalls zu einem erhöhten Bleiabrieb kommen kann, wenn in den Kasten geschossene Projektile auf bereits vorhandene auftreffen.

Bei der Entsorgung der Geschosse sind die entsprechenden umweltrechtlichen Anforderungen zu beachten.